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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Amputationen bei Tieren


Teresa
19.12.2006, 18:03
Hat jemand von euch Erfahrung damit? Musste es bei einem von euern Tieren schonmal gemacht werden? Vorder -Hinterbein? Wie lange dauert es bis sie damit klar kommen? Oder habt ihr einen Bekannten der so ein Tier hat?

Mich würden einfach eure Erfahrungen interessieren, vielleicht auch, wie man die Tiere am Anfang unterstüzten kann, was zu beachten ist usw.... weil es bei uns im Januar ansteht.

Würde mich freuen, wenn jemand etwas berichten mag.

rosenquarz
19.12.2006, 18:13
Ich hatte bisher eine Katze - Blacky - mit Schwanzamputation (nach einem Unfall), die kam problemlos damit klar. Und eine andere Katze - Mizzie - , die von einem unserer Nachbarn getreten worden ist, ein Vorderbein samt Schulter komplett zertrümmert:traurig: , sie hat noch viele viele Jahre gelebt und kam mit ihren drei Beinen gut klar. Ist im hohen Alter an "Altersschwäche" gestorben.

Hab mal einen Film gesehen über Hunde mit "Prothesen", da war z.B. ein Hund, dem beide Hinterläufe fehlten und er saß auf einer Art Rollwagen, bzw. Rollbrett festgeschnallt und sauste damit durch die Gegend, die Lebensfreude blitzte ihm aus den Augen, hat mich total beeindruckt.

Wenn es ein geplanter Eingriff ist, würde ich dem Tier per TK erklären, warum es nötig ist. Und es mit Hilfe von Homöopathie und Bachblüten vorbereiten, durch die OP und die Zeit danach damit begleiten. Damit kann man sehr vieles tun, um das Tier/die Selbstheilungskräfte zu unterstützen.

Was für ein Tier ist denn bei dir betroffen???

Dschinny
20.12.2006, 00:01
Hallo Teresa

Ich habe einen Chinchillabock, bei dem 1999 zu Weihnachten ein halbes Hinterbeinchen in einer NotOp amputiert werden mußte. Er wurde homöopathisch behandelt und es verheilte wunderbar, ohne zusätzliche Antibiotika und Jodsalben etc. - die vertragen Chins nicht gut.

Er kommt prima damit zurecht. Wenn er Phantomschmerzen hat, meldet er sich und bekommt dann entsprechend homöopathische Mittel - die Abstände werden aber immer größer.

Er ist von allen Chins mit der aktivste!;-)

Liebe Grüße

Eveline

Caban
20.12.2006, 07:24
Eine Freundin hat eine dreibeinige Hündin aus dem Tierschutz übernommen. Ich weiß jetzt nicht, wie alt die Hündin ist, aber sie scheint in letzter Zeit wohl nicht mehr so gut damit zurecht zu kommen. Das Laufen fällt ihr wohl schwer, so daß sie nur noch wenig mit ihr unterwegs ist. Was zur Folge hat, daß der Hund an Gewicht zulegt, somit das Laufen wieder schwerer fällt usw... Ich habe mir mal vorgenommen, mit der Hündin zu reden. Ich hoffe, das klappt schon bei mir.
LG Manu

Lasuna
20.12.2006, 07:47
Die Hündin meiner Eltern hatte einen Autounfall, beide Vorderbeine waren gelähmt. Das eine wurde wieder, das andere bambelte herum. Lisa reagierte bei verschiedenen TK´s panisch das Bein abzunehmen.. sie meinte immer wieder NEIN NEIN.. das wird...

Es wurde nicht mehr, das wussten wir, aber die Sehne verkümmerte sich, das Bein hängt nicht mehr ist wie angeklpappt und stört gar nicht...

Lisa ist auch ein Bluterhund bei der Kastration damals wäre sie beinahe verblutet, daher wollten wir das auch nicht machen...

Alles LIebe
Alexa:floatingheart:

Teresa
20.12.2006, 15:35
Danke für eure Antworten.
Es handelt sich um eine Katze, die wohl einen Unfall gehabt haben muß und das Bein wurde nicht behandelt. Nun sind sämtliche Muskeln, Sehnen usw. nicht mehr vorhanden, teilweise abgerissen, teilweise verkümmert und das Bein ist krumm. Das heißt die KAtze läuft auf dem Gelenk, was aber wirklich nicht länger geht, da es anfängt rot zu werden und sie es sich irgendwann wundläuft. Außerdem richtet sie sich nicht auf, weil sie auf dem "Stumpen" läuft. Was auch nicht gut ist für die Wirbelsäule und alle anderen Gelenke ist.

Es ist das erste Mal, dass so eine Op ansteht und schon irgendwie komisch. @Eveline: Was für Mittel sind es denn?

@Manu: der Ta meinte, bei solchen Tieren muß man unbedingt darauf achten, dass sie die "Figur halten", hat mir wirklich nahe gelegt, dass die KAtze auf keinen Fall moppelig werden darf.

Ich denke auch, dass Tiere relativ gut damit leben können. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es ziemliche Schmerzen sind. Das sind eben meine Gedanken.....und von Menschen weiß man ja, dass sie teilweise sehr lange die Phantomschmerzen haben.

Sternchen
20.12.2006, 16:02
Handelt es sich um ein Vorder- oder Hinterbei?? Ein Vorderbei ist lange nicht so dramatisch. Aus den Hinterbeinen kommt der "Schub" wenn die Katze abspringt oder rennt.
Aber auch mit nur einem Hinterbei kann eine Katze recht gut leben. Im Allgemeinen kann man glaube ich sagen, dass Katzen recht gut mit Amputationen zurecht kommen und lernen, damit zu leben.
Die Katze einer Freundin hatte nur ein Vorderbei. Das fiel nicht mal auf. Irgendwie dachte ich, hinkt sie, aber das sie auch getiegert war, konnte ich nicht fest machen, woran das lag. Erst als meine Freundin mir gesagt hat, dass ein Bein fehlt, ist es mir aufgefallen. Die Katze war Freigänger und ist an Altersschwäche gestorben :sonne:

Teresa
21.12.2006, 15:48
@Sternchen, es ist das Vorderbein. Die meißten "Berichte" hier klingen ja ganz positiv. Deswegen hoffe ich, dass alles gut läuft.

Luca
21.12.2006, 18:37
Liebe Teresa,
Die Tiere kommen fast immer wunderbar damit klar, ich hatte letzt auch eine kleine Findlingsdame hier, der wir das Bein noch weiter amputieren mussten. Ich habe sie dann weitervermittelt, sie hätte sonst auch hier bleiben dürfen. Die war sehr schnell und geschickt.
Das mit dem Gewicht ist richtig und auch logisch, das geht sonst sehr auf die Gelenke.
:wirdgut:
Alles Liebe,
Dana

Dschinny
22.12.2006, 18:04
Hallo Teresa!

Auch in diesem Fall wähle ich das jeweilige Mittel immer nach einer individuellen Anamnese aus.
Denn je nach Art des Schmerzes, dem Allgemeinbefinden und den äußeren Umständen - zB Wetterlage oder Überanstrengung oder eine ungeschickte Bewegung beim Freilauf - gibt es etliche unterschiedliche Mittel so wie der Schmerz auch nicht jedes mal gleich ist.
Vielleicht findet sich ja ein/e klassische/r Tierhomöopath/in in Deiner Nähe, um die Op und eventuelle spätere Beschwerden zu begleiten.

Viel Glück und Gute Besserung

Eveline

Sonja T
24.12.2006, 19:15
Hallo,

ich habe ein Kaninchen dem ein Hinterlauf fehlt. Sie kommt damit hervorragend klar. Die Stelle ist gut verheilt und zugewachsen.

Sicherlich: Manchmal juckt es sie an dem einen OHr und sie kratzt mit dem Stumpf, der jedoch das Ohr gar nicht erreicht. Und sie hoppelt auch leicht gedreht, denn das verbleibende Bein muss ja mittig unterm Körper das Gewicht nun halten. Doch das alles leistet sie mit Bravour. Sie kommt überall rauf und runter, ist sehr munter und hat sich wunderbar arrangiert.

Ich sehe Amputationen mittlerweile positiv - auch diese Tiere können ein sehr lebenswertes Leben führen.

Natürlich stellt sich mir noch die Frage, was ist im Alter??? Kommt mein Kaninchen dann auch so gut zurecht?? Doch ich warte einfach ab und wenn es soweit ist werde ich wieder eine Möglichkeit finden.

Alles Gute!

Teresa
28.12.2006, 11:59
Morgen ist es soweit- eigentlich sollte es erst Mitte Januar gemacht werden, aber da sich der Zustand des Beines heute Nacht so verschlimmert hat, wird er morgen früh operiert. Ich hoffe, dass alles gut geht und der kleine Mann danach ganz schnell wieder fit ist.
Soweit ich weiß wird das Schulterblatt mit herausgenommen, damit von dem Bein nichts mehr da ist, weil Katzen wohl versuchen selbst auf einem kleinsten Stumpen noch zu laufen.

Schokoflo
28.12.2006, 13:07
Ich drück die Daumen, dass alles glatt läuft und die OP gut überstanden wird. Und ich denke du wirst hinterher erstaunt sein, wie gut Katzen mit nur einem Bein zurrecht kommen!
Alles Gute!:wirdgut:

Rose
29.12.2006, 18:25
Wie geht es Euch?

Habe gerade Deine Sorgen gelesen.

Bestimmt habt ihr die OP schon hinter Euch - ich bin zuversichtlich, daß auch Dein Katerchen in Kürze gut damit zurechtkommt.


Liebe Grüße und gute Besserung,


Sabine

Teresa
29.12.2006, 19:36
Danke, das ist lieb
habe schon im Help Forum ein bisschen was gepostet.
Heute Mittag ist Joram noch viel umgefallen, weil er sich auf sein Bein stützen wollte, was nicht mehr da ist. Heute Abend sieht es schon viel besser aus, er läuft sicherer, sicherlich passieren ihm ab und an noch Unfälle, da er zwischenzeitlich immer vergisst, dass da nichts mehr ist. Auf dem KAtzenklo scharrt er immer mit der nicht mehr vorhanden Pfote und wundert sich, warum er nichts verscharrt bekommt. Aber er frisst und seine Augen werden stündlich wacher. Er darf nur unter Aufsicht ohne Kragen laufen, weil er gerne versucht an dem Verband zu knabbern.
Die anderen Kater sind so lieb zu ihm, lecken ihm die Ohren, seine einzelne Pfote und sind ganz bemüht um ihn. Habe ich selten so gesehen. Dann ist die Welt für ihn in Ordnung, wenn er bei den anderen liegen kann.
Morgen ist Nachkontrolle, dann sehe ich die Narbe das erste mal.
Was man jetzt schon sehen kann, das er anfängt gerade zu laufen. Als er noch das deformierte Bein hatte, ist er ja mit dem Operkörper immer tief über die Erde gekrochen, das sieht jetzt schon wesentlich besser aus.
Er ist so ein toller kleiner tapferer Kater mit seinen 5 Monaten nun hoffe ich nur noch, dass sich liebe Menschen finden, die ihn und seinen Freund, wenn alles verheilt ist , bei sich aufnehmen............obwohl ich bestimmt Rotz und Wasser heule, wenn sie abgeholt werden.

rosenquarz
29.12.2006, 21:17
Habe gerade deinen Beitrag im Help-Forum gelesen.

Wünsche dem Kleinen gute gute Besserung und, wenn es gut verheilt ist: eine super-gute Vermittlung zu ganz wunderbaren Menschen:wirdgut:

Rose
29.12.2006, 21:40
Ich wünsche den zwei nach der Genesung einen einfühlsamen und verantwortungsvollen Platz, wo sie so geliebt werden wie sie sind - nämlich auch mit 3 Beinen!

Alles, alles Gute (werde nun noch schnell Deine anderen Beiträge lesen)


Sabine

thea
14.01.2007, 10:20
Hallo Teresa,

Deine Frage ist zwar schon etwas älter, aber ich möchte trotzdem etwas dazu schreiben.

Unser Kater Henri hatte im Sommer 03 einen Unfall und ich habe ihn gefunden. Er hatte einen Beckenbruch.
Seine Hinterbeine waren beide bewegungsunfähig, doch nach einer Woche bangen Wartens war in einem wieder Leben. Das eine musste genagelt werden und das andere amputiert. Der Arme musste sechs Wochen in einem Käfig leben. Es war eine schlimme Zeit für ihn, denn er ist Freigänger.

Inzwischen lebt er mit seinen drei Beinen wunderbar. Er ist zwar etwas vorsichtiger geworden (ist ja auch gut so), aber so fröhlich wie eh und je. Er klettert auf Bäume und über Zäune und hat keine Probleme, Vögel und Mäuse zu fangen.
Und er ist der schlankste in unserem "Rudel".

Ich denke, die Probleme damit haben wir, nicht das Tier. Ein Mensch müsste wahrscheinlich erst einmal in die Therapie, ein Tier denkt sich:" Okay, das ist eben so, habe ich eben nur drei Beine."