Sharana
09.11.2004, 23:11
Ich habe heute mit Hilda geredet, war mir aber stellenweise gar nicht sicher, ob meine Phantasie oder Hilda da mit mir gesprochen hat ... Manche Teile waren dann aber wieder ganz klar von ihr, wie die Botschaft an die Menschen.
Hallo Schildkröte?
- Hallo, wer bist denn Du?
Ich heiße Sabine. Ich würde mich gerne mit Dir unterhalten.
- Oh, gerne wie nett. Ich freue mich immer über Abwechslung.
Wie heißt Du denn?
- Mein Name ist Hilda.
Magst Du ein bisschen aus Deinem Leben erzählen, Hilda?
- Hm, also wo soll ich da anfangen. Ich bin in einer wunderschönen Vollmondnacht mit vielen anderen Schildkröten aus dem Ei geschlüpft. Wir liefen ins Wasser und schwammen hinaus ins Meer. Es ist wunderschön im Mondlicht im Meer zu schwimmen, weißt Du? Aber als Baby-Schildkröte ist es auch sehr, sehr anstrengend, weil die Strömung so stark und Du selbst so schwach bist. Aber all die Wunder die man da zu sehen bekommt. Die Fische, Haie, Wale. Als ich das erste Mal einen Wal gesehen habe, hatte ich große Angst, ich war sooo klein und er sooo riesig. Aber er war ganz sanft und lieb zu mir. Ich habe ihm eine Weile zugesehen, wie er im Wasser spielte, sich drehte und lustige Wellen machte. Wir haben uns unterhalten und er erzählte mir vom Leben im Meer. Es ist voller Abenteuer musst Du wissen. Er kannte viele große Schildkröten und erklärte mir, dass ich auch so groß werden würde, wenn ich gut auf mich aufpassen würde. Wir Schildkröten haben einen inneren Drang, es ist fast wie ein Magnet, selbst so klein, wie ich damals war, wusste ich in welche Richtung ich schwimmen musste, damit ich zu den großen Futterplätzen finde und auch die anderen Schildkröten wieder treffe. Ich schwamm also. Das waren schöne Jahre, ich wurde immer größer und schwamm durch die Meere. Ich mochte das sehr. Aber dann, eines Tages, bin ich in ein Fischernetz geraten. Überall waren Fäden und ich kam nicht mehr raus. Ich geriet in Panik, es war ein ganz scheußliches Gefühl. Ich versuchte mich frei zu strampeln, aber ohne Erfolg, also habe ich mich in meinen Panzer zurückgezogen und gewartet. Ich hatte große Angst. Nach drei Tagen haben sie das Netzt geholt. Sie schnitten alles heraus, was sie nicht gebrauchen konnten und warfen es zurück ins Meer. Auch mich. Ich war ziemlich benommen, aber ich war wieder frei. Ich versuchte zu schwimmen, aber mein einer Fuß war von dem Netz verletzt und so kam ich nicht voran, ich ließ mich treiben und das Meer war gnädig mit mir, es hat mich an den Strand gespült. Dort haben mich Menschen gefunden, sie gingen da spazieren (sehe Jogger). Sie sahen nach mir und stellten fest, dass ich noch lebte. Andere Menschen kamen und legten mich in einen Wassertank, damit ich nicht austrocknete. Sie brachten mich zu einem Ort, wo es ganz komisch roch und ich bekam essen. Ich war so hungrig, weil ich ja mit dem verletzten Fuß nicht hatte jagen können. Sie kümmerten sich um meinen Fuß und ich spürte Liebe und schöne Gedanken. Diesen Menschen lag tatsächlich etwas an uns, sie waren ganz anders, als die die ich auf dem Schiff getroffen hatte. Aber mein Fuß heilte nicht und bald war ich zu groß für den kleinen Wassertank. Da kamen andere Menschen und brachten mich weg. Ich kam in ein größeres Becken, mit anderen Schildkröten. Da bin ich noch heute. Es kommen viele Menschen vorbei und schauen mich an. Ich weiß, ich habe eine wichtige Aufgabe, weil ich sie daran erinnere, dass wir da draußen sind und Hilfe brauchen. Aber trotzdem wünschte ich manchmal, dass alles anders gekommen wäre und ich noch heute im Meer schwimmen könnte. Ich träume noch viel davon und in Gedanken bin ich viel im Meer. Hier kann man nicht richtig schwimmen, es ist zu wenig Platz und mein innerer Magnet zieht mich zu den Futter- und zu den Laichplätzen. Es ist nicht immer einfach. Aber viele von den anderen haben es noch schwerer als ich, sie waren noch nie im Meer und ihre Sehnsucht ist noch viel größer. Manche sind sehr wütend auf die Menschen. Ich habe erlebt, dass es gute und gefährliche Menschen gibt, ich verspüre keine Wut, es kam, wie es kommen musste. Aber traurig bin ich schon manchmal.
Oje, da hast Du ja wirklich einiges Trauriges erlebt. Möchtest Du denn den Menschen etwas sagen?
- Es ist wichtig, dass ihr weiter kämpft. Mein Schicksal soll Euch dran erinnern, dass es Unrecht gibt in der Welt und ihr müsst etwas dagegen unternehmen. Jeder kleine Schritt hilft. Es gibt noch viele wie mich und sie müssen geschützt werden, denn wir sind wichtig. Wir sind Teil des Ganzen und haben eine wichtige Aufgabe. Wir tragen das Meer auf unseren Schultern. Ohne uns ist da eine große Lücke. Aber das gilt nicht nur für meine Art, sondern für alle Arten. Bitte, helft alle mit, damit keine Art verloren geht. Alle gehören wir doch zusammen. Jeder ist wichtig und hat seine Aufgabe. Vergesst das nicht.
Ich werde es nicht vergessen und ich werde es weitersagen. Ich hoffe sehr, dass sich bald etwas verändert.
- Das wird es, ich spüre das.
Danke, dass Du mit mir geredet hast, Hilda.
- Ich danke Dir, ich mag es, wenn ich mit jemandem reden kann, ich habe ja nicht mehr viel Gelegenheit dazu.
Hallo Schildkröte?
- Hallo, wer bist denn Du?
Ich heiße Sabine. Ich würde mich gerne mit Dir unterhalten.
- Oh, gerne wie nett. Ich freue mich immer über Abwechslung.
Wie heißt Du denn?
- Mein Name ist Hilda.
Magst Du ein bisschen aus Deinem Leben erzählen, Hilda?
- Hm, also wo soll ich da anfangen. Ich bin in einer wunderschönen Vollmondnacht mit vielen anderen Schildkröten aus dem Ei geschlüpft. Wir liefen ins Wasser und schwammen hinaus ins Meer. Es ist wunderschön im Mondlicht im Meer zu schwimmen, weißt Du? Aber als Baby-Schildkröte ist es auch sehr, sehr anstrengend, weil die Strömung so stark und Du selbst so schwach bist. Aber all die Wunder die man da zu sehen bekommt. Die Fische, Haie, Wale. Als ich das erste Mal einen Wal gesehen habe, hatte ich große Angst, ich war sooo klein und er sooo riesig. Aber er war ganz sanft und lieb zu mir. Ich habe ihm eine Weile zugesehen, wie er im Wasser spielte, sich drehte und lustige Wellen machte. Wir haben uns unterhalten und er erzählte mir vom Leben im Meer. Es ist voller Abenteuer musst Du wissen. Er kannte viele große Schildkröten und erklärte mir, dass ich auch so groß werden würde, wenn ich gut auf mich aufpassen würde. Wir Schildkröten haben einen inneren Drang, es ist fast wie ein Magnet, selbst so klein, wie ich damals war, wusste ich in welche Richtung ich schwimmen musste, damit ich zu den großen Futterplätzen finde und auch die anderen Schildkröten wieder treffe. Ich schwamm also. Das waren schöne Jahre, ich wurde immer größer und schwamm durch die Meere. Ich mochte das sehr. Aber dann, eines Tages, bin ich in ein Fischernetz geraten. Überall waren Fäden und ich kam nicht mehr raus. Ich geriet in Panik, es war ein ganz scheußliches Gefühl. Ich versuchte mich frei zu strampeln, aber ohne Erfolg, also habe ich mich in meinen Panzer zurückgezogen und gewartet. Ich hatte große Angst. Nach drei Tagen haben sie das Netzt geholt. Sie schnitten alles heraus, was sie nicht gebrauchen konnten und warfen es zurück ins Meer. Auch mich. Ich war ziemlich benommen, aber ich war wieder frei. Ich versuchte zu schwimmen, aber mein einer Fuß war von dem Netz verletzt und so kam ich nicht voran, ich ließ mich treiben und das Meer war gnädig mit mir, es hat mich an den Strand gespült. Dort haben mich Menschen gefunden, sie gingen da spazieren (sehe Jogger). Sie sahen nach mir und stellten fest, dass ich noch lebte. Andere Menschen kamen und legten mich in einen Wassertank, damit ich nicht austrocknete. Sie brachten mich zu einem Ort, wo es ganz komisch roch und ich bekam essen. Ich war so hungrig, weil ich ja mit dem verletzten Fuß nicht hatte jagen können. Sie kümmerten sich um meinen Fuß und ich spürte Liebe und schöne Gedanken. Diesen Menschen lag tatsächlich etwas an uns, sie waren ganz anders, als die die ich auf dem Schiff getroffen hatte. Aber mein Fuß heilte nicht und bald war ich zu groß für den kleinen Wassertank. Da kamen andere Menschen und brachten mich weg. Ich kam in ein größeres Becken, mit anderen Schildkröten. Da bin ich noch heute. Es kommen viele Menschen vorbei und schauen mich an. Ich weiß, ich habe eine wichtige Aufgabe, weil ich sie daran erinnere, dass wir da draußen sind und Hilfe brauchen. Aber trotzdem wünschte ich manchmal, dass alles anders gekommen wäre und ich noch heute im Meer schwimmen könnte. Ich träume noch viel davon und in Gedanken bin ich viel im Meer. Hier kann man nicht richtig schwimmen, es ist zu wenig Platz und mein innerer Magnet zieht mich zu den Futter- und zu den Laichplätzen. Es ist nicht immer einfach. Aber viele von den anderen haben es noch schwerer als ich, sie waren noch nie im Meer und ihre Sehnsucht ist noch viel größer. Manche sind sehr wütend auf die Menschen. Ich habe erlebt, dass es gute und gefährliche Menschen gibt, ich verspüre keine Wut, es kam, wie es kommen musste. Aber traurig bin ich schon manchmal.
Oje, da hast Du ja wirklich einiges Trauriges erlebt. Möchtest Du denn den Menschen etwas sagen?
- Es ist wichtig, dass ihr weiter kämpft. Mein Schicksal soll Euch dran erinnern, dass es Unrecht gibt in der Welt und ihr müsst etwas dagegen unternehmen. Jeder kleine Schritt hilft. Es gibt noch viele wie mich und sie müssen geschützt werden, denn wir sind wichtig. Wir sind Teil des Ganzen und haben eine wichtige Aufgabe. Wir tragen das Meer auf unseren Schultern. Ohne uns ist da eine große Lücke. Aber das gilt nicht nur für meine Art, sondern für alle Arten. Bitte, helft alle mit, damit keine Art verloren geht. Alle gehören wir doch zusammen. Jeder ist wichtig und hat seine Aufgabe. Vergesst das nicht.
Ich werde es nicht vergessen und ich werde es weitersagen. Ich hoffe sehr, dass sich bald etwas verändert.
- Das wird es, ich spüre das.
Danke, dass Du mit mir geredet hast, Hilda.
- Ich danke Dir, ich mag es, wenn ich mit jemandem reden kann, ich habe ja nicht mehr viel Gelegenheit dazu.