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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gespräch mit einem toten Fuchs


Sternchen
05.06.2005, 15:23
Hallo zusammen!

Ich war heute auf dem 80. Geburtstag meiner Großtante. auf dem Weg dorthin fahre ich auf einer 4-spuringen Bundesstraße. Auf dem Hinweg musste ich einem überfahrenen Fuch ausweichen. Er lag gleich hinter einer Kurve, daher war ich ziemlich mit Ausweichen beschäftigt und konnte nicht so richtig hinschauen. Auf jeden Fall war er kein schöner Anblick mehr. Er muss wohl schon heute Nacht überfahren worden sein. :(
Auf dem Rückweg konnte ich von meiner Spur aus auf die Gegenfahrbahn schauen und habe ihn dort liegen gesehen. Ich hab ihm dann gesagt, wie leid es mir tut, dass er sterben musste und hatte im selben Augenblick ein Bild von ihm im Kopf, wie er auf der Straße steht und mich anschaut. Er war recht groß und dunkelrot, fast schon braun und hatte einen sehr seht stolzen Ausdruck im Gesicht.
Ich wusste, dass er ein Fuchs-Mann ist und habe ihn gefragt, ob er denn Schmerzen hatte. Daraufhin hatte ich das Gefühl, dass er vollkommen vom Auto überrascht wurde und nur einen kurzen scharfen Schmerz gefühlt hat. Er sagte dann, dass das jetzt ok ist und er keine Schmerzen mehr hat.
Daraufhin zeigte er mir 2 halbwüchsige Fuchswelpen, die im Wald vor ihrem Bau unter einem Bau miteinander herumtollen. Er wollte ihnen wohl gerade Nahrung bringen. Ich war dann erst mal ziemlich geschockt, weil ich ja dachte, dass er als Fuchs-Mann keine Verantwortung für seine Welpen trägt. Er meinte aber, dass ich keine Sorge haben muss. Seine Partnerin, die Mutter der Welpen würde sich gut um sie kümmern.

Ich habe mich dann bei ihm bedankt und das Gespräch beendet.

Weiss von euch zufällig jemand, wie das bei Füchsen so ist?? Kümmern die Eltern sich wirklich gemeinsam um die Jungen?? Ich dachte, dass die Mütter das nur tun und die Väter nicht beteiligt sind. Vielleicht hab ich mir ja auch nur alles eingebildet?? :oops:

Melli
05.06.2005, 15:52
Liebe Sternchen,

was ein Erlebnis - habe richtige Gänsehaut. Ob sich beide Elternteile um die Welpen kümmern, dass weiss ich jetzt leider nicht. Aber ich erinnere mich sehr oft an ein Erlebnis, dass lange her ist.

Ich fuhr abends nach Hause - es war schon spät und habe ich auch einen überfahrenen Fuchs auf der Gegenfahrbahn gesehen. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich gewendet um nachzusehen, ob ich noch etwas für ihn tun konnte...

Ich bin an der Stelle, an der er ungefähr liegen musste ganz langsam und mit Warnblinker gefahren - da sehe ich, wie ein anderer etwas grösserer Fuchs den überfahrenen Fuchs von der Strasse zog :traurig: - Es war unglaublich traurig und berührend, dass zu sehen und pötzlich überkam mich aber das Gefühl von Liebe....

Ich wusste damals nichts von TK, aber ich bin so sicher, dass der Fuchs, der den Überfahrenen von der Strasse zog eine innige Beziehung zu ihm hatte....

Alles Liebe

Melli

Traumfänger
05.06.2005, 16:58
Liebe Sternchen, liebe Melli,

Gänsehaut und Tränen in den Augen habe ich jetzt auch.....was für traurige und doch auch so ergreifende Erlebnisse!


Ich wusste damals nichts von TK, aber ich bin so sicher, dass der Fuchs, der den Überfahrenen von der Strasse zog eine innige Beziehung zu ihm hatte....

Das glaube ich gerne! Ich habe gelesen, dass Füchse weitgehend monogam leben, also ihr Leben lang den selben Partner haben.
Und soweit ich weiss, kümmert sich auch der Fuchs-Rüde um die Nahrungsbeschaffung. Die Jagdausbildung des Nachwuchses wird dann von der Mutter übernommen.

Ich hatte letzte Woche ein "einfacheres" Erlebnis mit einem Fuchs:
Auf einem Waldweg traf ich auf einen spielenden, halbwüchsigen Fuchswelpen. Er schien keinerlei Angst zu haben. Ich blieb in einiger Entfernung stehen und fragte ihn "Sag mal, weiß deine Mama wo du dich rumtreibst?" Er schaute noch mal kurz zu uns hin und verschwand dann schnell im Wald. Wahrscheinlich dachte er, wenn die genauso rum meckert wie meine Mama, kann ich auch zurückgehen.

Liebe Grüße
Sigrid

Sternchen
05.06.2005, 17:58
@Melli: Das ist ja wirklich unglaublich traurig!! :( BEsonders, wenn es so ist, wie Sigrid schreibt, dass sie wirklich monogam leben.

@Sigrid: Ehrlich gesagt, hätte ich lieber dein Erlebnis gehabt als meins ;-)
Lebendige Tiere sind mir immer lieber als tote... auch wenn sie nicht so gesprächig sind :garf:

Bin mir übrigens nicht sicher ob er Beute für seine Welpen gebracht hat aber ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass er auf dem Weg zu ihnen ist... traurige Sache.