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Jala
15.09.2011, 23:20
Hallo:wink:,

ich lasse euch kurz etwas da, weil ich es rührend fand. fortsetzung folgt!

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nach einer begegnung mi sperlingen heute, hatte ich plötzlichm abend ein ganz arges gefühl, einen finden zu müssen für ein gespräch. suchmaschine ecoisa, dein retter in der not, etwas geduld und dem gefühl folgen und irgendwie dann "auf den ersten blick" erkannt.

Sperling | 15.9.11

Ich grüße ihn. Ob er noch lebt. Ja.
Sehe ihn schlafen, kopf unter gefieder in einem baum, sich etwas neu sortieren. Müde, aber es weckt ihn eh immer irgendwer von den andern, oder irgendetwas auf, sagt er mir, weil ich mich entschuldige.
Ich habe das gefühl, er ist der vogel nach dem ich irgnedwie suchte. Der mir was zu sagen hat, oder einfach selber was loswerden will.
Er meint ja, er will schon lange etwas loswerden, scheinbar hat das schicksal ihm mich geschickt.
Ich frage, was er denn loswerden will.
Alltägliche, ganz normale dinge, meint er.
Was meinst du mit normal?
"Allein der weg, wie ich hierher flog, oder, dass ich das land so sehr liebe, in dem ich bin/leb."
Diese letzte übermittlung rührt mich ein wenig. Er kommt aus einer dialektreichen gegend. Amüsant, denn ich „höre ihn so reden“, damit ich es bemerke.
Es sind die unvollkommenheiten, die so normal sind, meint er.
Ich sinniere über dem wort: unvollkommenheiten. Alles leben ist so. das ist normal, wie der sperling sagt. Es erscheint auch nicht als unvollkommenheit. Ich empfinde genugtuung zur fairness im leben.
„so, wie ich lache und es keiner sieht...... unvollkommen?“ – er sagt es mit frieden im herzen und freude, als würde er gerade innerlich lächeln und nur weil es kein mensch sieht, ist es noch lange nicht fort. Bitter berührt es mich.
Keiner sieht einen sperling lachen, rein anatomisch schon nicht. Es ist wahr, aber auch gut. Nun hat er mich neugierig gemacht. Ich werde wieder kommen, wenn ich die zeit dazu habe. Will es nicht vergessen.
„Gute nacht, zeitgenosse. Vergiss beim schlafen das kopfhalten nicht. Das hält gesund.“, Lässt er mich in etwa verstehen.
Ich schmunzle nur. Was für ein frecher, gscheiter vogel!

LG, Lisa

Dohle
16.09.2011, 09:47
ja, ja das erinnert mich so ans eis essen. die kleinen frechen kerlchen sind rund herum. viel zu wenig achtet man auf ihre gesprächsfreudigkeit. dein spatz scheint ein kleiner philosoph zu sein.:lol2:

schönes erlebnis halt uns bitte auf dem laufenden.

lg Helmut :sonne:;-)

Jala
21.09.2011, 19:28
Heute bin ich kurz dazu gekommen:

Bei der Reinigung gibt er mir einen Tipp. Ich könne es auch als Vogel probieren. Ich schlüpfe hinein in den Vogelkörper, sehe meinen Bauch rosa leuchten, von seiner Aura. Es ist die zarte Schwingung, wie sie auch meine Baummeditation heute macht. Ich solle am „Rücken liegen“ und mich treiben lassen. Ich bin in der Luft, gleite rückwärts, habe aber keine Angst, dass mir etwas geschieht. Ab und an ein Flügelschlag. Meine Hände fühlen sich stark und frei, die dünnen Federn schneiden durch die Luft, um mich anschließend in/an ihr hoch zu drücken. Dann gleite ich wieder. So ein freier, atemloser Flug.
„Entspannend, nicht wahr? Genau so gut wie alles andere!“, spricht der Sperling.
Es drückt mich in der Brust. Bitter, und doch schön, ruhig und warm. Es umschließt mich die Ruhe.
Die Sätze des ersten Gespräches lieferten mir unheimlich guten „Lebens-Stoff“ an diesem Wochenende. Sogar beim Schlafen wurde ich durch schlechte Haltung von Hals und Schultern steif, als ich nicht aufpasste. Ich weiß nicht, was es da hat, aber er ist mir irgendwie sehr nahe - innerlich.

Ich grüße ihn und er mich auch. Er sieht mich als kleine Taube, die zu Boden fiel, immer noch nicht fliegen kann so wie sie sollte und will. Er ist so direkt und doch sehe ich durch seinen Blick mich selbst sehr liebevoll an. Das tut gut.
Er möchte mich auf eine Reise entführen.

„Schalte deine Wahrnehmung ab! Lass dich tiefer fallen und komm!“, schon ist er los und ich sinke ins bodenlose Schwarz. Mein Kopf wird leer.
Lärchen im Park, an denen ich vorbei sause. Wunderschön diese Perspektive. Agil, schnell. Solche Leichtigkeit des Fliegens. Meine Augen sind schneller, der Blick dafür nicht so scharf, alles wischt in berauschender Geschwindigkeit vorbei. Und sagte ich es schon? Leichtigkeit!
Die Wolken, der Himmel, ein fantastisches Meer, in dem ich mich suhle. Ich werde liebkost von den Sonnenstrahlen auf meinem Rücken und Flügeln. Es fühlt sich an, als würde ich durch etwas ganz weiches hindurch fliegen. Ein Kissen, aus Dunst. Immer wieder schließe ich kurz die Augen, einen ganz kurzen Augenblick und verliere mich darin.
Dann sind da andere Vögel, andere Sperlinge, ich rase hinterher. Meine Schultern werden heiß. Mein Rücken auch, die Flügel flattern immer mehr. Ich komme auch voran, es zieht mich zu Ihnen hin. Ich fühle die Begeisterung. Ja, meine Freunde, meine Kameraden!
Er will mich tiefer führen.
Ich gebe sanft nach, lasse mich fallen.
Aus der Dunkelheit erheb sich in Bild, als würde ich einen anderen Vogel mit dem Schnabel liebkosen. Wir sitzen voreinander, machen eigene, Urtypische Bewegungen. Versuchen sehr vorsichtig zu sein miteinander. Keiner will den anderen aufscheuchen, oder aufschrecken.
Das Bild versiegt wieder in der tiefe. Ich höre ein Art weiblichen Namen. Fühle die Zuneigung zu seiner kurzweilige Partnerin, wie mir scheint. Jetzt ist er wieder alleine. Ich bin mir nicht sicher, ob sie nicht tot ist. Oder er es nicht weiß.
3 Kücken hatte er dieses Jahr. 2 überlebten die erste Zeit. Einen hat er nicht mehr wieder gesehen, den anderen gibt es ganz in der nähe noch. Das macht ihn nicht traurig, her froh. Alles wird flügge, alles geht fort, irgendwann, der Sonne entgegen und das ist gut, meint er.
Ich frage ihn, wie er die Welt sieht.
„Die Welt ist ein heimeliger, wenn auch giftiger Ort für uns Vögel, wie ich es sehe und wahrnehme. Es kann auch anders sein. Er ist dennoch trügerisch schön, fast so, wie ein Paradies, eine Fantasie, genauso grausam kann es aber auch sein. Vögel werden von Autos angefahren, erschlagen, getötet, zerquetscht, ermordet, von Katzenvieh und anderem Tier. Ich stehe dazu, ich finde die Welt nicht gerade den sichersten Flecken um zu leben, aber es ist der einzige, den wir haben. Er kann auch unermesslich schön sein. Die Qualität und Schönheit eines Lebens mag im Auge des Betrachters liegen. Jeder hat seine eigene Realität, von seinen eigenen Instinkten und Sinnen vorgegeben. Das ist sehr okay. Sonst würden Fische fliegen wollen und Vögel im Sand der Wüste schlängeln. Ich mag meinen Weg und mein Leben, es bringt mir Sicherheit und mehr, mit meinen Kumpanen zusammen zu sein. Wir streunern, führen ein leben der Vagabunden, der Zügellosen, Zeitlosen. Wir treiben dahin und das ist sehr schön und manchmal auch gefährlich, aber das nehme ich gerne in Kauf. Ich bin schließlich in wasch echter Sperling!“
Danke, Sperling. – Gern geschehen.
Und wie siehst du die Menschen?
„Menschen sind oft in Häufchen Elend. Keiner versteht sie so recht, obwohl die größten Raubtiere, wie mir scheint, wenn ich die Hyrarchie beobachte, in der sie mit den anderen Tieren leben, stecken sie voller Kummer, Gram und Angst. Ich verstehe den Ziel und Sinn ihres Lebens nicht. Ist es, sich zu verstecken? Der unbemerkte Meister aller zu sein? Sich vor dem offenen Kampf zu scheuen? Aber dann wird sie nicht jeder für voll nehmen und Angriffe werden kommen. Auch von der eigenen Spezies vor allem, denn die anderen scheinen den Menschen viel eher zu akzeptieren. Ich sah nie einen Hund einen Menschen beißen, auch wenn es das vielleicht gibt. Ich sag aber Kinder schreien, Väter schlagen, Fremde einander drohen und terrorisieren. Ich verstehe dieses Durcheinander nicht und weiß nicht, ob ich es wissen will. Es macht meinem kleinen Vogelhirn Angst, so viel Unberechenbarkeit und Verheimlichung zu sehen. Die Menschen können strahlen und lächeln, einander viel mehr zeigen, als wir das können, und doch ist da so viel mehr versteckt und so viel Hass.
Hast du eine Antwort darauf, verstehst du das? Ich lasse mein Herz offen wandern, aber ich sah nie etwas anderes, als besorgte Gesichter und nur wenige, lachende, offene und ehrliche Menschen, die meistens nur Kinder waren. Eine seltsame Spezies, dieser Mensch. Aber ich danke dir, dass du mich eines besseren belehrt hast. Es gibt noch mehr da draußen, die mich besser verstehen, als die, die Steine nach uns werfen, uns anbrüllen, necken, locken, schlagen. Manchmal ist die Welt gruslig, ich verstehe nicht, wieso es so ist, dieser große Spalt, diese Kluft in einer Rasse. Aber es wird schon klug und gut sein. Ich weiß, von welchen ich mich fern zu halten habe, und von welchen noch mehr. Welche wie dich sah ich nie.“
Danke, Sperling!
„Möchtest du wieder kommen?“ – Wenn du möchtest? – „Ja, gerne.“ – Super!
„Au revoir Menschenkind. Pass auf deine Hosen und Füße auf!“
Na, ich bin gespannt, was das zu bedeuten hat!
„Augen offen halten! Auch mit dem Herz!“

Sascha
22.09.2011, 08:34
Bin hin und weg ... wundervoll :kiss: herzlichen Dank, das du uns daran teilhaben lässt!!! :bussi:

Dina
22.09.2011, 21:12
Oh danke, Jala, ich finde es wundervoll :floatingheart::floatingheart::floatingheart:

Treagar
30.09.2011, 19:19
Danke fürs teilen. War wunderschön zu lesen.
:kiss:

Jala
06.10.2011, 11:28
Gerne doch!

Aber schräg schon. Hab mir meine Zehen wieder verletzt und eine Hose zu "Ende" getragen (sprich, sie hat ihren Geist aufgegeben, aber genau noch lang genug gehalten). Bin heute Heim gekommen von einer 6 Tage Abwesenheit und habe das Sperlingsgespräch schon ganz vergessen gehabt, aber so begrüßt es mich wieder, weils hier Antwort gibt.

Auch der restliche Gesprächsinhalt hat sich "bewahrheitet" in vielen Phrasen, die ich so gar nicht so ernst genommen hatte und wo die Sperlingsformulierung so erschreckend treffend war *seufz - wieso muss das eigentlich immer so sein? so "einfach"?-bäh :P*

Werd den vielleicht bald wieder "Besuchen". Hat's mir irgendwie angetan, der Kleine :garf:

LG, Lisa