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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Manchmal ist es ganz schön schwierig, Dinge zu begreifen


Merle
25.08.2004, 02:06
Verstehen werde ich das wohl auch nie. jetzt bin ich seit 78 ( ja schaut nicht so, fast eine Oma) Krankenschwester, aber warum so mjunge Menschen gehen müssen? Ich weiß es nicht. Karma erfüllt ok, aber was ist mit denen die zurückbleiben? Oft kleine Kinder?
Viele die ich kenne mußten in den letzten Jahren im Alter zwischen 35 und 45 gehen. Es fällt mir sehr schwer einen Sinn darin zu finden.
Aber eines hab ich gelernt, den Tieren braucht man es nicht zu erklären. Sie trauern, das ist richtig und oftmals ehrlicher als die Menschen, aber warum einer gehen mußte, das verstehen sie ganz sicher besser als wir. Sie leben viel mehr im Einklang mit der Natur und für sie ist es etwas natürliches.
Schlimm, was Du erleben mußtest, liebe Andrea!
Ich steh auch jedesmal wieder fassungslos davor.

LG Bettina

caramia
25.08.2004, 06:26
Oh mein Gott, das ist wirklich schlimm. Weiß auch nicht was ich dazu sagen soll. Das ist einfach unbegreiflich. Ähnlich geht es meiner Oma. Sie ist inzwischen 88 Jahre alt und auch ein Pflegefall. Muss teilweise gewindelt werden und hat ein richtes Krankenbett so mit Gittern an der Seite. Sie vergisst eigentlich alles, manchmal erkennt sie noch nicht mal die Familie. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass sie 4 Söhne hatte und 3 davon hat sie überlebt. Mein Papa ist der einzigste der noch da ist. Das macht mir manchmal auch ziemlich große Angst. Ich hänge sehr an ihm. Seine Brüder sind alle mit ende 50 anfang mitte 60 gestorben. Er ist nun auch schon 54 und ich darf gar nicht darüber nachdenken sonst fliesen schon wieder Tränen.

Merle
25.08.2004, 10:51
Ja Tanja, das kann ich gut verstehen. Meine Oma hat auch 2 Söhne in jungen Jahren verloren und selber wurde sie 88. Sie hat dann immer gesagt, warum kann ich nicht gehen.
LG Bettina

caramia
25.08.2004, 10:58
Genau so denkt meine Oma auch. Sie hat ihr Leben eigentlich schon nach dem Tod von meinem Opa vor ca. 20 Jahren aufgegeben. Sie sagt immer wieder, dass sie endlich sterben möchte. Das ist fast jeder 3. Satz bei ihr. Einfach schrecklich, das kann ich nicht ertragen. Ich sage dann immer zu ihr "Oma, so was sagt man nicht, wir brauchen Dich doch noch."

caramia
25.08.2004, 11:20
Wenn es das wäre, würde ich es tun. Aber ich sehe sie nicht oft. Vielleicht ein mal im Monat, manchmal nur alle 2 Monate. (Ich sollte mir wirklich mehr Zeit für sie nehmen :oops: ). Oder meinst Du das ist dann schon zu oft?

Beate
25.08.2004, 16:55
kann mich da Euren Meinungen nur anschiessen. Mir geht es dann immer so, dass ich mir denke ab jetzt lebe ich jeden Tag ganz bewusst und rege mich nicht mehr über kleinigkeiten auf, da das Leben zu kurz ist. Aber leider hält dieser Vorsatz immer gar nicht so lange an. Das finde ich sehr traurig....

@Tanja
ich finde auch das es auf das OFT nicht ankommt, sondern auf das ANWESEND sein.

LG Beate

Tini
25.08.2004, 21:24
Ich habe mehrere Patienten im Altenheim.Davon sind zwei Omas schon seit Jahren an das Bett gefesselt.Sie können nicht mehr essen oder trinken (Schlauchernährung),nicht sprechen und sich nicht mal alleine umdrehen. Und das wie gesagt seit Jahren!!! Das ist auch echt schwer zu verstehen.. Zu allem Überfluss bekommen beide nie Besuch!

Sharana
25.08.2004, 23:43
Der Sinn hinter solchen Ereignissen ist immer schwer zu begreifen, aber er ist ganz sicher da. Dass Leute noch jahrelang an Geräten hängen hat glaube ich oft etwas damit zu tun, dass wir uns in unserer Gesellschaft zu wenig mit dem Tod beschäftigen, bevor wir dazu gezwungen werden. Deswegen haben viele Leute Angst zu gehen und die Angehörigen haben Angst loszulassen und so klammern sich die, die eigentlich gehen sollten an diese Welt. Mir hat mal jemand erzählt, dass viele Menschen wochenlang im Koma liegen und ihre Angehörigen sind immer bei ihnen, wenn die dann kurz zum Duschen nach Hause fahren, dann sterben die Patienten. Da gibt es so viel was eine Rolle spielt und wir können wohl nicht mal einen Bruchteil dessen erahnen.

Und die Leute, die ganz plötzlich und viel zu früh sterben? Vielleicht wird ihre Seele wo anders gebraucht, vielleicht haben sie ihre Aufgabe erfüllt, vielleicht sterben sie für die, die sie lieben? Klar, die die zurückbleiben leiden immer am meisten, aber vielleicht müssen sie gerade das Lernen? Es gibt so viele Möglichkeiten. Aber dass ein Sinn dahintersteckt, dessen bin ich mir mittlerweile sicher.

Uns bleibt wohl nur, diesen Seelen unseren Segen mitzugeben und zu hoffen, dass sie den Weg ins Licht finden.

Liebe Grüße, Sharana

caramia
26.08.2004, 06:34
In Bezug auf alte Menschen die ans Bett gefesselt sind kenne ich auch noch jamanden. Von Freunden meiner Großeltern hat die Frau schon seit bestimmt 10 Jahren Alsheimer. Seit bestimmt 6 oder 7 Jahren liegt sie im Bett, muss gewindelt werden, bewegt sich keinen Millimeter, wird auch über Schläuche ernehert, sie reagiert noch nicht mal darauf, wenn sie jemand besucht. Bis vor ungefähr 2 Jahren hat sich ihr Mann komplett alleine um sie gekümmert. Allerdings ist er jetzt in einem Alter wo er das nicht mehr alleine schafft und hat professionelle Hilfe bekommen. Vielleicht wäre es auch gut, wenn er sie in seinen Gedanken los lässt.

dodo
26.08.2004, 08:39
Liebe Sharana,

das konnte man nicht besser in Worte fassen.

Danke, du sprichst mir aus der Seele.

LG Dorina