Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pferdezahnärzte
Hallo Ihr lieben Pferde/Esel/Pony-Freunde
Nachdem ich nun 2x von Fachleuten (Tierarzt + Osteopathin) darauf aufmerksam gemacht worden bin dass ev. die Zähne meines Pferdes nicht i.O. sind, hatte ich heute Besuch eines Pferdezahn-Spezialisten (spezialisierter Tierarzt).
Dieser hat folgendes festgestellt: Wellen / Haken zuhinterst / 3 lose Zähne / Beginn Rampe.... :?
Heutige Behandlung (2 Stunden, normal ist 1 Std): Ausgleichen des Gebisses sowie 1 Zahnentfernung, der arme Kerl musste 3x sediert werden... und das mit 22 Jahren.
Fakt: mein Pferd litt schon länger unter Schmerzen, denen es wohl irgendwie ausgewichen ist.:traurig: :traurig: :traurig:
Aber was mich enorm sauer macht: Die Zähne meines Pferdes wurden jährlich von einem sogenannten "Spezialisten" gemacht, letztmals diesen Juli.
Ich möchte hier allen Pferdebesitzern ans Herz legen, unbedingt geschulte Tierärzte an Eure Pferdezähne zu lassen, und nicht irgendwelche Kurpfuscher die sich als "Zahnspezialisten" betiteln.
Sternchen
28.10.2008, 22:15
Kann mich dir nur anschliessen!! Gerade bei älteren Pferden und Koppern ist das Zähnemachen ganz ganz wichtig!! Und zwar nicht von einem 0815 TA, der einmal mit der Hilti drüberfährt, sondern von einem Spezialisten, der eine Ausbildung dafür gemacht hat. Auch bei jungen Pferden gehören die Zähne 1x im Jahr kontrolliert. Eine Liste mit seriösen Pferdezahnärzten findet man hier igfp-ev(punkt)de
Liebe Sandra! :wink:
Ich glaube, so kann man das nicht verallgemeinern. Ist voll wichtig, wo die ihre Ausbildung machen und so. Ich darf hier - völlig wertfrei!!!! - meine Erfahrungen zu diesem Thema posten:
Die erste Zahnbehandlung führte mein damaliger Tierarzt bei meinem damals 5jährigen Pferd durch, sie dauerte 10 Minuten, war ohne Sedierung nur mit dieser Maul-Aufsperrzange (wie heißt das Ding?).
Die zweite 1.5 Jahre später machte wieder ein Tierarzt, (immer Großtier-Tierärzte, mit halt einer Zusatzausbildung) er sedierte mein Pferd so stark, dass ich es fortwährend stützen musste, feilte 40 Minuten lang in seinem Maul rum und kassierte eine Unmenge Geld dafür.
Wieder ca. 2 Jahre später ließ ich meinen Hufschmied ran, der einen Kurs in Pferdezahnpflege gemacht hatte. Ich bezahlte einen Bruchteil, er tat einen Bruchteil.
Letztes Jahr dann wunderbare nur auf Pferdegebiss spezailisierte Damen aus Deutschland. Sie sedierten mein Pferd exakt, arbeiteten mit Mundschutz und zu zweit, zeichneten mir vorher-nachher-Skizzen auf und gaben mir zahlreiche Tipps. Es tut mir so leid, dass ich jetzt nicht weiß, ob sie rein nur "Zahnärzte für Pferde" sind (liebe deutsche Forumsmitglieder, vielleicht kennt ihr solche Berufsgruppen und könnt mir da helfen...) oder Tierärztinnen mit Zusatzausbildung, die Visitenkarte liegt leider im Stall. Aber hier fühlte ich mich erstmals wirklich, WIRKLICH gut betreut.
Das schlimme an der Sache ist halt, dass sehr viele Pferde in ihrem ganzen Leben keinen Zahnarzt sehen. Es sollte meiner Meinung nach fast Pflicht sein, zumindest jedes 2. Jahr wen professionellen reinschauen zu lassen, das Pferdemaul ist sooo wichtig.... bei uns im Stall bin ich fast die einzige, die ihrem Pferd das antut". So viele Dinge können schiefgehen, wenn im Gebiss was schiefgeht. Unterernährung, Vergiftung des Körpers durch faule Zähne, Schmerzen beim Trensen, Unwilligkeit bei der Arbeit am Zügel, Antriebslosigkeit, Verspannungen, endlose Liste. :traurig:
Deswegen, super, dass Du Deinem Pferd den Zahnarzt "angetan" hast!!! Es wird dir ewig dankbar sein! :floatingheart:
liebe Grüße MichiMaus!
Das die Zähne der Pferde regelmäßig kontrolliert werden sollten wird hoffentlich irgendwann einmal genauso selbstverständlich werden wie der regelmäßige Besuch eines Hufpflegers/ Schmiedes..
Das Problem bei den "Zahnspezialisten" ist die Tatsache, das die Bezeichnung Pferde- Zahnarzt, Dentalpraktiker etc. nicht geschützt ist.
Letzten endes kann sich jeder ein paar Raspeln kaufen und Pferdezahnarzt nennen..
Wer sich für den Besuch eines Dentalpraktikers entscheidet sollte sich vorher erkundigen wo die Ausbildung gemacht wurde (Canada, IGFP..).
Meiner Meinung nach sollten auch Tierärzte eine extra Ausbildung für Zähne machen da sie im Studium nur "am Rande" mit Zahnheilkunde zu tun haben. Ihr Vorteil ist unzweifelhaft das sie sedieren können, während wir Praktiker überwiegend an unsedierten Patienten arbeiten bzw. einen TA für die Sedierung hinzuziehen müssen- wenn sie nötig ist.
Schlimm finde ich es, wenn TÄ mit einem Schoupe Maulkeil (Tauchsieder- Gefahr der Zahnfraktur durch geringe Aufbeißfläche) arbeiten oder zu sperrige elektr. Geräte nutzen. Es gibt aber auch TÄ die gute Gräte haben und ggfls. mit Handraspeln nacharbeiten.
Mir als Praktiker ist ebenso klar wo meine Grenzen sind (ich darf keine Operationen vornehmen) und die beachte ich auch. Bekomme ich einen Patienten mit einer Zahnsituation der ich nicht gewachsen bin weil sie tatsächlich einen Arzt mit Zahnqualifikation erfordert, überweise ich den Patienten an eine entsprechende Klinik.
Grüßle
Ina
Ach schön wieviele sich dafür interessieren :cheerleader:
Wie Ina schreibt, ist die gesamte Ausbildung zur Zeit wohl nur in den USA absolvierbar (Equine Dentist). Bei uns in der Schweiz sind das momentan nur 3-4 solcher ausgebildeter Tierärzte.
Ich muss sagen, auch wenn für mich Sedationen der Horror sind, diese wurde zwar 3x, aber ebenfalls punktgenau ausgeführt.
Für meine Nerven war die Sitzung trotzdem mehr als strapaziös (Spritzenphobikerin), und dann die schlechten Nachrichten, 2 Std. lang Angst dass das Pferd umfällt... ich hätte anschliessend nur noch weinen können.:garf:
Die Ausbildung zum Pferde Dentalpraktiker ist in Deutschland möglich, denn ich habe sie in Deutschland nach IGFP Standard gemacht!
Ebenso gibt Louis Pequin Kurse in Deutschland.
Es gibt eine ganze Menge Dentalpraktiker, zum Teil auch Tierärzte mit Zusatzausbildung in Deutschland.
Bei der IGFP werden als Behandler jedoch nur diejenigen aufgelistet, die die IGFP Prüfung absolviert haben.
Viele Kollegen sind IGFP Mitglied, haben die Prüfung jedoch noch nicht gemacht und stehen daher nur auf der allgemeinen Mitgliederliste der fördernden Mitglieder!
Grüßle
Ina
Sternchen
30.10.2008, 08:59
Ich finde die Sedierung gar nicht sooo schlimm. Klar, ist jede Sedierung ein Risiko. Aber es sieht nur halb so wild aus, wenn man gar nicht hinfasst. Dann "pendelt" das Pferd sich nach kurzer Zeit ein und bleibt breitbeinig stehen. Ein Problem hat man nur, wenn man versucht, das Pferd zu "stützen" :garf:
Ich habe gestern noch die Rechnung für die Behandlung präsentiert gekommen und bin fast vom Stuhl gefallen. Das stimmt für mich so leider gar nicht, über CHF 500.00 zu zahlen ist für mich Wucher :traurig:
Ueber Email hab ich ihm dies mitgeteilt und hoffe er begreift das. Eine Kollegin von mir hat ebenfalls einen solchen Spezialisten mit gleicher Ausbildung und viel mehr Erfahrung - und bezahlte (inkl. Zahnextraktion) nicht mal die Hälfte :traurig: Gut ich hatte noch Antibiotika und Schmerzmittel dazu bekommen, aber trotzdem.... Das kann es ja dann auch nicht sein, ich fühle mich schon ein bisschen abgezockt..:traurig:
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