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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gedanken über Pflanzen


Inuki
01.06.2007, 01:39
Nunja, mit Pflanzen ist das so eine Sache. Pflanzen sind anders als Tiere... und schon irgendwie außergewöhnlich. Es gibt Pflanzen die sich aus sich selbst heraus reproduzieren, zum Beispiel indem sie kleine Ableger bilden die später auch selber eingepflanzt werden können. Oder indem man eine Pflanze durchschneidet und der eine Teil neue Wurzeln bildet während der andere neu austreibt. Auf die Art könnte die "selbe" Pflanze zu einem Teil hier in Deutschland leben während der andere Teil nach China exportiert wird aber dennoch wären beide Teile lebendig und wohl auch noch irgendwie miteinander verbunden...

Ich wäre wohl nicht davon ausgegangen daß Pflanzen ein derartiges Bewußtsein und eine derartige Intelligenz haben, daß man richtige Gespräche mit ihnen führen kann, zumal sie ja nichtmal ein Gehirn haben... daß man es doch kann habe ich erst vor Kurzem erfahren dadurch daß es hier im Forum aufgeführt wird und in einem Buch über Tierkommunikation das auch die Kommunikation mit Pflanzen mit beinhaltet...

Daß alle Lebewesen und somit auch Pflanzen beseelt sind war mir allerdings schon klar, zumal ich auch einiges über Schamanismus gelesen habe in welchem Pflanzengeister als Hilfsgeister eingesetzt werden und dafür ein mit Erlaubnis der Pflanze genommenes Teil einer Pflanze aus dem realen Leben Verwendung findet.

Zudem las oder hörte ich mal etwas darüber daß Wissenschaftler ein wissenschaftliches Experiment gemacht haben das dazu dienen sollte daß man absichtlich "grausam" zu Pflanzen war, um mit irgendwelchen Meßgeräten Strömungen aufzuzeichnen die eine Reaktion der Pflanzen auf das getane aufzeichnet, was auf emotionale Regungen schließen ließe. Bei einem der Fälle war es so daß der pflanze selber ein Stück abeschnitten wurde, im anderen Fall war es so daß eine neben einer Pflanze befindliche Pflanze absichtlich zerstört wurde um zu messen ob die danebenstehende Pflanze darauf eine Reaktion zeigt. In beiden Fällen gab es tatsächlich einen Ausschlag, also eine von der Wissenschaft meßbare Reaktion...

Nun hören sich diese Experimente ziemlich brutal an, allerdings reden wir hier von Pflanzen! Es wird wohl niemals jemand wegen "Pflanzenquälerei" oder Ähnlichem belangt werden. Und selbst wenn jedem Menschen beuwßt wäre daß Pflanzen auch Gefühle haben, so denke ich es wäre ohnehin nicht machbar auf die Bedürfnisse sämtlicher Vegetation jederzeit Rücksicht zu nehmen, zumal sie ja eine wichtige Nahrungsgrundlage (selbst für Veganer) sind und zumal sie an manchen Orten auch einfach stören und es manchmal unvermeidbar ist daß sie abgeschnitten, beschnitten oder niedergetrampelt werden, wobei zumindest letzteres von der Natur wohl auch so vorgesehen ist...

Für mich bedeutet Gartenarbeit dennoch oftmals etwas an Überwindung. Denn auch ohne daß ich von den intellektuellen Fähigkeiten der Pflanzen wußte, so komme ich mir oftmals ziemlich brutal vor wenn ich gezwungen bin dutzendweise Pflanzen mit Wurzel rauszureißen, abzuschneiden oder abzumähen, weil sie alles überwuchert haben. Aber dennoch muß es halt sein... Besonders schlimm wars für mich daß neulich sogar ein paar junge Bäume dran glauben mußten die an den falschen Stellen gewachsen waren und auch schon eine gewisse Höhe erreicht hatten. Sie umzuqartieren war leider nicht möglich da sie einfach generell überflüssig waren... Das Holz verwerten wir natürlich (als Brennholz), aber naja...

Naja ich weiß nicht wie ihr darüber denkt. Im Grunde wäre es ein zu großer Zeitaufwand mich bei jeder Pflanze der ich "etwas antue" einzeln zu entschuldigen, zumal Gartenarbeit ohnehin schon sehr zeitaufwendig ist. Und ich kann auch nicht jede Pflanze auf möglichst schonende Weise tilgen... Letztlich liegt es ja in der Natur der Pflanzen, daß von ihnen abgebissen und gefressen wird und daß welche eingehen müssen damit neue wachsen können und so weiter. Ich denke da als Beispiel gerne an diesen Wald in dem Buch "die unendliche Geschichte", der innerhalb kürzester Zeit wächst, aber dann wieder vergehen muß um Platz für die Wüste mit dem Löwen zu schaffen und anschließend wieder von neuem heranwächst. Irgendwann ist eben kein Platz mehr und er würde an sich selbst ersticken wenn er nicht immer wieder vergehen würde...

Aber zum Thema Schnittblumen... im Grunde bin ich kein Fan von Blumensträußen (dann schon lieber Topfpflanzen..). Ich fand es schon immer zu traurig daß diese Blumen in den Vasen bereits abgeschnitten sind und daher nach wenigen Tagen verwelken und eingehen selbst wenn sie im Wasser stehen. Daher ist für mich ein Blumenstrauß nicht nur ein Zeichen von bunter Schönheit und Freude sondern auch von Verfall und Verderben das für mich kein schöner Anblick ist.

Allerdings würde mich nun interessieren wie es für die Pflanzen selber ist. Selbst in einer abgeschnittenen Blume ist ja zunächst noch Leben, da die Zellen ja noch am Leben sind und sich teils sogar die Blüten noch öffnen, etc. Bedeutet das dann, daß diese abgeschnittenen Blumen in ihrem "Todeskampf" quasi Qualen erleiden? Wenn ja hätten Blumensträuße wohl auch für die Allgemeinheit aus energetischer Sicht keine positive sondern eher eine negative Ausstrahlung und wären daher nicht empfehlenswert. Oder ist es eher so daß die Blumen es genießen ein letztes mal bewundert zu werden bevor sie eingehen? Vielleicht kann jemand der schon ein wenig routiniert darin ist mit Pflanzen zu sprechen darüber Aufschluß geben...

Mit dem Thema "mit der Nahrung sprechen" habe ich mich übrigens noch nicht näher befaßt. Wäre mir doch etwas zu abgehoben wenn ich mich fragen müßte was mein Hamburger mir zu sagen hat, oder stelle ich mir das jetzt übertrieben vor und es war eher Kommunikation in nur eine Richtung gemeint?

Aranka
01.06.2007, 09:26
Naja ich weiß nicht wie ihr darüber denkt. Im Grunde wäre es ein zu großer Zeitaufwand mich bei jeder Pflanze der ich "etwas antue" einzeln zu entschuldigen, zumal Gartenarbeit ohnehin schon sehr zeitaufwendig ist. Und ich kann auch nicht jede Pflanze auf möglichst schonende Weise tilgen...



Hallo, du könntest aber vielleicht bevor du mit der Gartenarbeit beginnst, gedanklich allen Pflanzen sagen, dass es sein muss, und es dir leid tut, wenn du der ein oder anderen Pflanze weh tun musst. So eine Art "Rundmail" nur halt in Gedanken...

Gestern habe ich z.b. mein Rollo runtergemacht und hörte plötzlich ein AU! Dann habe ich meine Grünlilie angesehen. Da habe ich tatsächlich aus versehen eine kleine Ecke von einem Blatt abgerissen. Hab´s erst gar nicht gemerkt. Hab mich dann entschuldigt und sie meinte gießen könnte ich sie auch noch mal! :oops: War aber schon so spät und ich war müde, hab gefragt ob am nächsten morgen auch reicht. Sie meinte: ja aber sofort bevor ich irgendwas anderes mache. Habe mich dran gehalten...

Für mich war es einersteits klar, dass war echt, andererseits is da schon immer so ein kleiner Zweifel. Ich kann es ja nicht beweisen... Dass war zwar jetzt nicht so ganz ne Antwort auf deine Frage, aber irgendwie dachte ich es passt.

Ich glaube schon, dass Pflanzen ein Bewusstsein haben. Habe dazu auch mal ein Buch gelesen, da ging es auch um Versuche. Vielleicht meinen wir ja dass gleiche. "Die Sprache der Pflanzen" heisst es...

Renate
01.06.2007, 11:23
Für mich bedeutet Gartenarbeit dennoch oftmals etwas an Überwindung. Denn auch ohne daß ich von den intellektuellen Fähigkeiten der Pflanzen wußte, so komme ich mir oftmals ziemlich brutal vor wenn ich gezwungen bin dutzendweise Pflanzen mit Wurzel rauszureißen, abzuschneiden oder abzumähen, weil sie alles überwuchert haben. Aber dennoch muß es halt sein...

Vielleicht könnte man die Pflanzen ja auch bitten, sich nicht so stark zu vermehren, ihnen vielleicht einen kleinen Platz dafür zur Verfügung stellen, wo sie bleiben dürfen?

Sunny+L
01.06.2007, 12:46
hallo inuki,

wie das gemeint ist, mit nahrung zu sprechen... da müßte man ja den thread wiederholen. lies mal... laß uns das dort weiterbesprechen ;-)

und wegen der gartenarbeit: mit dem ausrupfen - ich komm gerade nicht mal am blumenkasten damit klar... also wahrscheinlich mußt du klar ansagen, daß hier xy wachsen soll und daher z nicht da sein darf... oder so... man kommt wohl in nem kulturgarten nicht drumrum...

aber mir kommt ne idee: doreen virtue hat in ihrem feenbuch (ist ein taschenbuch von 8.95€ oder so - nicht so teuer) viel über gartenfeen und so geschrieben. also wenn man vor dem mähen ansagt, daß man das dann demnächst tut, dann stellen sich wohl alle gartenbewohner drauf ein. du kannst ja ne stunde vorher bescheid sagen oder morgens oder einfach vorher, wenn du zeit hast.

und warum sollte man es mit dem ausrupfen nicht auch so machen.

die pflanzen stellen sich auch als nahrung zur verfügung etc. sicher auch als humus. aber man müßte sagen z.b. am vorabend: paßt auf, ihr pflanzen im blumenbeet, hier sollen nur die blumen stehen. daher werde ich morgen früh alle anderen von euch entfernen müssen und liebes gras, löwenzahn, brennesseln etc., das muß ich auch immer wieder tun. also zieht euch zurück (dann können sie geist und seele zurückziehen - wie eine beute, wo nur noch der körper im todeskampf ist...) und wachst hier am besten nicht mehr rein. und als alternative evtl ansagen, wo sie hinkönnen oder wenn es ein super ordentlicher kleingarten ist oder so, halt dazu stehen und klar sagen: ich dulde hier die pflanzen a, b, c. ihr anderen werdet entfernt. dann wissen sie es zumindest... ich schätze, mit der zeit wachsen weniger davon nach...

naja, und im grunde müßte man schon anfangen, gespräche zu führen, was pflanzen denken über bestimmte erlaubnisse und verbote... oder ob sie vielleicht nen sinn haben. vielleicht hat ja der löwenzahn auf dem rasen auch was zu geben und verdirbt nicht nur das bild (ok, zugegeben, mir gibt ne wiese mehr als ein rasen... das mag subjektiv sein).

auf jedenfall höre ich selber nichts von meinen pflanzen, aber sie wachsen besser, seid ich zu ihnen spreche... immerhin... und ich bin ehrlich... also diese "fremdpflänzchen" im blumenkasten haben ne ansage. ich such aber auch noch nach ner weniger brutalen lösung...

liebe grüße
sunny+l:kiss:

Inuki
05.06.2007, 19:23
Das Rasenmähen heute ist mir richtig schwer gefallen weil so viele schöne bunte Blumen auf dem Rasen wuchsen... ich hatte vorher bescheid gesagt aber haben wohl nicht alle mitbekommen oder verstanden. Zwei Falter habe ich allerdings rechtzeitig gesehen und so vor dem umgemäht werden retten können. Der eine (wegen der unscheinbaren Färbung ein Nachtfalter glaube ich, obwohl die tagsüber rumflogen) ist auf meine Bitte hin (oder vielleicht auch nur weil er zu geschockt oder zu faul war um Widerstand zu leisten) auch brav auf meine Hand gestiegen und brav auf ihr sitzen geblieben und konnte ihn so woanders hintragen wo er dann wieder abstieg als ich die hand auf den Boden legte. Der andere Falter (ein richtiger Schmetterling) hatte zunächst nur ein einziges Beinchen auf meine Hand die ich so nahe zu ihm schob gesetzt und ist dann lieber selber geflogen als ich ihn weiter nervte, aber der wirkte auch allgemein agiler.

Was ich mich bislang nicht zu fragen traute da es albern klingt, aber was ich mich immer mal fragte: Ist Pflanzen nicht allgemein langweilig? Ist es nicht irgendwie frustrierend und langweilig irgendwo angewachsen zu sein und nichts erleben zu können außer das was um einen rum vorgeht zu beobachten oder zu spüren wie Spechte in deinem Stamm rumklopfen und Rehe von deiner Rinde fressen, etc. ? Glaube Bäume und so fühlen sich eigentlich recht wohl, aber kann das nicht so recht nachvollziehen. Vielleicht ist das einfach mein menschliches Denken...

Sunny+L
05.06.2007, 22:32
pflanzen sind quasi ein einziges super differenziertes wahrnehmungsorgan. so wie menschen im fernsehen - obwohl es immer der gleiche kasten ist - oder im pc viele anregungen haben können, so haben pflanzen die auch...

dir wird auch als mensch nicht langweilig, wenn du dich nackt mit verschiedenen temperaturen, materialien etc. fkk-technisch in verbindung setzt und mal nachspürst - wie fühlt sich der boden unter den füßen, wind auf dem rücken, vorn, am kopf... etc. an... wärmer, kälter, feucht, trocken... da hast du in 10jahren immer noch zu tun...

pflanzen ist demnach nie langweilig...

kommunizieren tun sie obendrein auch und die feen gibt es auch noch... sie sehen ja beim specht auch die jungen aufwachsen je nachdem etc.

übrigens: kannst du 4 stunden auf einem fleck in ner blumenwiese sitzen und noch immer neues fühlen oder entdecken. einfach so, auf ner picknick-decke. jetzt nicht so extrem wie oben vorgeschlagen. aber dann bekommst du ne ahnung davon, daß unbeweglich nicht langweilig heißen muß...

was meinst du auch, wie ein baum die kraft entwickelt, sich selbst zu tragen. die arbeit an seiner form ist schon ein erlebnis...

die pflanzen haben viele geheimnisse. fühl dich rein... ich kann nciht mit ihnen sprechen, aber ich hab mich schon als verschiedene pflanzen gefühlt. jedenfalls als teile davon. das hätte ich stundenlang weiter tun können, aber es ist so anders, daß es körperlich nicht gut war, es zulange zu tun... ich wollte ja nicht plem werden... bin ja immer noch ein mensch und hab andere bedürfnisse und manche wahrnehmungen überreizen dann und zugleich bin ich ganz passiv (wie halt ne pflanze) - das muß man dosieren, sonst geht es geistig nicht gut aus...

viel erfolg beim experimentieren.
herzlichst,
sunny+l:kiss: